Da entfliehen sie, die Lebensentwürfe.

Und wieder einmal packt er all seine Lebensentwürfe in einen Socken und hängt ihn an den Kamin. Damit sie nach oben entfliehn. Er – auf seinen Knien. Und er sagt mit plötzlicher Erkenntnis: Du bist genug. Du bist alles. Du bist genug. Du reichst. Denn du heizt mein Herz auf, meine Herzenskälte, meine kalten Hände. Meine dicken Herzenswände. Er kniet und sieht und kuckt verliebt in den Kamin, wo Ziele, Erfolgsfaktoren entfliehen, im Himmel ihre Bahnen ziehen. Und dann ist da nur noch Blau, soweit ich schau, denkt er. Keine Wolke. Eines wollte er aber noch begreifen: Dass weniger Kontrolle mehr Frieden ist. Denn er weiß: Du bist genug Gott. Du reichst. Und er weiß, alles wird okay werden. Alles wird okay sein. Denn er ist nicht allein. Mehr loslassen, ist mehr los machen. Mehr auf Gott warten ist am Ende mehr starten. Mehr Vertrauen ist am Schluss größer bauen. Weniger ich, ist am Ende mehr wir. Weniger einsam, mehr gemeinsam. Und verwundert steht er auf von seinen Knien. Alle Lebensentwürfe entfliehen. Wie sie von ihm fallen wie ein alter, zerschlissener Mantel. Aber sein Herz pulsiert. Sein Puls vibriert.

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