Beine baumeln lassen bei Psalm 2013

Im September war das Vineyard-Treffen Psalm 2013 rund um kreative Kirche in Stuttgart. Und ich war  mit der Live-Wortkunst am Start. Das heißt: Ich texte live mit Edding am Flipchart, während andere Dinge um mich herum passieren. Oft spielt eine Band. Leute singen. Und am Ende geb ich das kreative Text-Chaos am Mikro zum Besten. Am schönsten ist für mich, wenn nach der Veranstaltung Menschen zu mir kommen, die von meinen Texten angesprochen wurden, die sich darin wiedergefunden haben. Denn ich texte live in erster Linie nicht für mich, sondern für andere.

Für mich war das Event total bewegend. Nach ein paar Jahren im Wortkunst-Business kommt man an den Punkt, wo die Leute einen gewissen Text-Standard oder eine kreative Leistung erwarten – auch wenn sämtliche Texte live entstehen. Ganz ehrlich: Zumindest kam ich mir so vor, als ob die Erwartung da ist. Oder habe an mich auch den Anspruch, mich zu verbessern. Dummerweise konnte ich dann gar nicht mehr relaxt an das Schreiben herangehen. Jeder, der im kreativen Business arbeitet, kennt das Problem wahrscheinlich. Aus Spiel wird Arbeit. Man verkrampft sich. Und so hab ich mir die Freiheit genommen, einfach mal nicht zu schreiben, sondern einfach zu genießen. Die Text-Arbeit sein zu lassen, die Worte fließen zu lassen. Oder wie Henne so schön gesagt hat an diesem Tag: Einfach mal die Hosenbeine hochkrempeln. Aber nicht, um zu arbeiten, sondern um die Beine im Wasser baumeln zu lassen. Das hat mich sehr bewegt. Was ich da auch wieder einmal festgestellt habe: Kreativität kommt oft, wenn man es nicht erwartet. Aber es ist nie so, dass man Kreativität verbraucht oder aufbrauchen kann. Kreativität wird mehr, wenn man sie verschwendet.

In diesem Sinne: Aloha.

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